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Mittwoch, 6. Januar 2016

Warum die abendliche Einnahme von Blutdrucksenkern meist besser ist




Blutdrucksenker nehmen die meisten Menschen morgens. Dabei wäre es deutlich sinnvoller, ihre Einnahme auf den Abend zu verschieben. Dann wirken sie nämlich morgens noch, wenn der Blutdruck eher höher ist und können Sie so vor dem gefährlichen Morgenhochdruck schützen. Zum anderen aber senken Sie so effektiv Ihr Diabetes-Risiko.
Aber wie hängen Bluthochdruck und Diabetes zusammen? Die Antwort darauf liefert eine Studie mit mehr als 2.000 Bluthochdruckpatienten, die gegen ihre hohen Werte Medikamente einnahmen. Die Hälfte stellte ihren Einnahmerhythmus auf Abends um und verringerten so ihr Diabetes-Risiko deutlich.
Der Grund dafür:
Die meisten Blutdrucksenker wirken auf das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS). Dieses regelt den Salz- und Wasserhaushalt des Körpers und damit eben auch den Blutdruck - aber auch die Systeme, die den Blutzucker regulieren. Je aktiver dieses System ist, desto mehr Glucose gelangt von der Leber ins Blut.
Die meisten Blutdrucksenker hemmen das RAAS und verringern so Blutdruck und Blutzuckerspiegel. Da das RAAS nachts besonders aktiv ist, sind die Auswirkungen der Blutdrucksenker dann also am größten. Die Studie zeigte, dass eine Einnahme der Blutdrucksenker am Abend das Diabetesrisiko um zwischen 52 und 69 Prozent senken kann.
Lediglich für Menschen, die Blutdrucksenker einnehmen, die sich nicht auf das RAAS auswirken, ist der Einnahmezeitpunkt nicht entscheidend fürs Diabetes-Risiko. Zu diesen Mitteln gehören Alphablocker oder Kalziumantagonisten.
von Dr. Martina Hahn-Hübner

Quelle:
FID Verlag GmbH
Fachverlag für Gesundheitswissen
Koblenzer Straße 99
53177 Bonn


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